Scheunengespräche über die Welt und die Bildung der Bildung.
Von Himmelfahrt bis Pfingsten findet im Wendland die Kulturelle Landpartie statt.
Zum zehnten Mal sind wir mit Gesprächen in unserer Scheune in Brünkendorf dabei.
Die Gespräche beginnen um 17:00 Uhr. (Programm siehe unten)
Vor den Gesprächen gibt es Kaffee, Tee und Kuchen.
Nach den Gesprächen, sitzen wir zusammen und es gibt etwas zu essen und zu trinken.
Abends ab 20:00 Uhr gibt es einen Film in der Reihe: “Die Bildung der Bildung“.
Symposion
Die Bildung der Bildung
Von Donnerstag den 21. bis Samstag den 23. findet tagsüber ein Symposion mit wechselnden Teilnehmern statt: Dabei der Schulleiter der südlichsten Schule Deutschlands, Stefan Ruppaner und die Schulleiterin der nördlichsten, Bianca Freudenberg-Rehage aus Sylt.
Die SoulTeachers Antje Schierhorn und Claudia Schwegmann. Antje Pochte, Schulleiterin der Jeetzeschule Salzwedel. Bernhard Hanel, Architekt der schönsten Spielplätze. Ralf Pohlmann, Architekt im Wendland. Björn Lengwenus vom Alten Teichweg und Promotor der 2027 Idee, die im Mittelpunkt steht – siehe unten.
Interessenten bitte anrufen und nachfragen ob / wann am Tisch Platz ist: 0170 903 2689
-> Hier mehr Informationen zum Symposion und Blicke aufs Themenfeld
PROGRAMM
Donnerstag, 14.05.2026 17:00
Harald Welzer: Demokratie braucht Wohnzimmer!
Ganz verschiedene, überall, möbliert und unmöbliert.
Vernünfteln wir zu viel? Und erleiden dabei Schiffbruch, privat wie politisch? Weil die Gefühle nicht zu ihrem Recht kommen! Das ist derzeit ein Thema von Harald Welzer. Er ist Autor, Professor für Sozialpsychologie und Gründer von „Futurzwei“. Darum geht es in seinem jüngsten Buch „Das Haus der Gefühle“. Was sind die unterschätzten Gefühle? Der ganze Mensch. Die Lebenswelt. Gute Orte. Und Demokratie! Jedenfalls, „der Mensch ist nicht zum Vernünfteln auf der Welt!“ schrieb der große Lessing.
Donnerstag, 14.05.2026 20:00
Reihe: Die Bildung der Bildung
Film: Mini München
Der Film beobachtet Kinder und Jugendliche an einem guten Ort. Drei Wochen Kinderstadt. Welche Freude für sie tätig sein zu können. Und welche Kompetenz. Eine große Freude auch sie zu beobachten.
Freitag, 15.05.2026 17:00
Open House und Café Garten (urspr. Gast erkrankt)
Wir können doch auch allein über all das reden, was in der Luft liegt….
Freitag, 15.05.2026 20:00
Reihe: Die Bildung der Bildung
Film: Lob des Fehlers
Was wäre eigentlich geworden, wenn sich die Sicherheitsingenieure der Einzeller mit ihrer Parole durchgesetzt hätten: Bloss keine Mutationen! Denn aus ihrer Sicht sind Mutationen ja nichts als Fehler. Also liebe Leute, macht mehr Fehler!
Möglichst intelligente und nicht immer die gleichen!
Samstag, 16.05.2026 17:00
Van Bo Le-Mentzel: Vom Tiny House zum Hochbau für alle
Bekannt, ja berühmt wurde der Architekt Van Bo Le-Mentzel mit seinen „HartzIV Möbeln“ zum Selberbauen. Famous wurde er mit seinen Tiny Houses. Erstaunen und Bewunderung erntete er dafür, wie er mit seiner Frau und den drei Kindern (sie kommen alle mit!) ganz glücklich auf kleinem Raum lebt. Nun plant er höhere Geschosse. Häuser in Baulücken und dafür wird eine Finanzierung gefunden, mit der das Wohnen bezahlbar wird.
Samstag, 16.05.2026 20:00
Reihe: Die Bildung der Bildung
Film: Porträt Van Bo-Le Mentzel
Ich (Reinhard Kahl) habe Van Bo erstmals Mitte der 90er Jahre kennengelernt. Da war er Sprayer, Rapper und Radio-Moderator bei Kiss-FM. Wir trafen ihn auf einem Spielplatz in Berlin. Er passte in die Fernsehdoku „Aufbruch, Kraft der Einwanderer“. Dann haben wir uns später wieder gefunden. Der Dreh ging weiter und geht weiter. Dieser Film eine Markierung auf seinem Weg.
Sonntag, 17.05.2026 17:00
Elke Schmitter: Wie kommt unsere Gesellschaft mit sich ins Gespräch?
Elke Schmitter war Chefredakteurin der taz, leitete das Kulturressort beim SPIEGEL und schreibt Romane, zuletzt den tollen „Alles was ich über Liebe weiß steht in diesem Buch“. Neuerdings hat schreibt sie im „Perlentaucher“ ein Kolumne über öffentliche Gespräche. Man muss nicht lange nachdenken, um darauf zu kommen, dass genau dieses heute das Thema hinter fast allen Themen ist: Wirkliche Gespräche, wodurch sie gelingen und woran sie scheitern.
Sonntag, 17.05.2026 20:00
Reihe: Die Bildung der Bildung
Film: Diverses aus dem Archiv der Zukunft…
…auch weil alle Debatten über Bildung ein großes Selbstgespräch der Gesellschaft darüber sind, wo wir her kommen, wohin wir wollen und wo wir stehen…
Freitag, 22.05.2026 17:00
Stefan Ruppaner: Unterricht ist aller Übel Anfang…
… das sagt der langjährige Schulleiter der Alemannenschule in Wutöschingen (Südschwarzwald), die den Deutschen Schulpreis bekam. Sogar zweimal. Derzeit stehen 1000 Bewerber auf der Warteliste für Besucher. Viele Schüler müssen abgewiesen werden. Familien ziehen nach Wutöschingen.
In dieser Schule unterrichten die Lehrpersonen nur halb so viel wie eigentlich vorgeschrieben, sie sind aber 35 Zeitstunden da. In dieser Zwischenzeit erblüht die Schule. Es gibt viel Zeit für Gespräche. Die vor 20 Jahren von der Schließung bedrohte damalige Hauptschule ist inzwischen eine Gemeinschaftsschule. Sie nimmt auch das Abitur ab und schnitt dabei eine halbe Note besser ab als der Schnitt im Baden-Württemberger Zentralabi. Worauf warten die anderen Schulen eigentlich noch?
Freitag, 22.05.2026 20:00
Reihe: Die Bildung der Bildung
Film: Der Lernvirus vom Bodensee
Deutschlandpremiere der Doku. Die Weltpremiere, na ja Weltpremiere, war am 7. Mai in der Schweiz.
Es geht um verschiedene Schulen, die vom Schulgründer Peter Fratton inspiriert wurden. Der Lernvirus, eine ansteckende Gesundheit. Darin ausführlich auch die Alemannenschule.
Samstag, 23.05.2026 17:00
Björn Lengwenus: Damit aus der Schule ein guter Ort wird!
Man muss ihn kennenlernen. Für einen Vorgeschmack einfach auf youTube gehen oder im Internet suchen. Er ist Schulleiter am Alten Teichweg in Hamburg. Deutscher Schulpreis. Eine Schule der Gegensätze. Schülerinnen und Schüler, die sich auf die Olympiade vorbereiten und andere, die meinen, in ihrem Stadtteil sei man halt Assi und würde es bleiben.
Lengwenus Antwort: Be part! Alle gehören dazu, spielen ihre Rollen und haben Aufgaben.
Und dann hat er einen Vorschlag: 2027 die Wochen nach den Sommerferien kein Unterricht. Überall. In der Zeit darüber nachdenken und debattieren, was in Schulen eigentlich gemacht wird und was wir tatsächlich wollen.
Ein Interview mit ihm
Samstag, 23.05.2026 20:00
Reihe: Die Bildung der Bildung
Diverse Filme aus der Schule Alter Teichweg
Zum Beispiel wie mal eine Schuldkröte oder wie Grundschüler Schulleiter wurden. Oder wie man die Schule als Gangsterfilm inszeniert.
Sonntag, 24.05.2026 17:00
André Frank Zimpel: Jeder ist anders und das auf seine Weise
Mit dem Prof für Erziehungswissenschaft an der Uni Hamburg und Buchautor sprechen wir über das weite und faszinierende Feld von Neurodiversität. Er berichtet von den erstaunlichen Ergebnissen seiner Forschungen und denen anderer Wissenschaftler.
Ja, jeder ist anders und das auf seine Weise! Eine Schule, die standardisiert muss daran scheitern – und dann denken die meisten Kinder, Jugendlichen und ihre Eltern immer wieder sie seien gescheitert, es sei denn, dass sie widerstandslos durchkommen, was auch nicht viel besser ist.
Vortragsmitschnitt von André Frank Zimpel über die endlose Verschiedenheit und Einzigartigkeit
Sonntag, 24.05.2026 20:00
Reihe: Die Bildung der Bildung
Film: Das Schwinden der Sinne
Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass viele Kinder nicht rückwärts laufen können. Der Film ist nicht ganz neu, aber er wird irgendwie aktueller, weil immer mehr vergessen wird, dass wir nicht nur einen Körper haben (zum Beispiel zum Anschauen) sondern ein Leib sind und wohl auch eine Seele. Was bedeutet es eigentlich, wenn Kinder immer weniger freie Spiele kennen?
Montag, 25.05.2026 17:00
Ulrike Herrmann: Der neue Imperialismus: Geld als Waffe.
Es ist Tradition, dass Pfingstmontag Ulrike Herrmann aus Berlin vorbei kommt, zumeist mit dem Fahrrad und dann bringt sie auch ein neues Buch mit. Diesmal „Geld als Waffe“. Auswege??? Jedenfalls erst mal genau hinsehen!
Montag, 25.05.2026 20:00
Reihe: Die Bildung der Bildung
Film: Orte und Horizonte
Dokumentation über einen Bildungskongress des Archivs der Zukunft im Festspielhaus Bregenz.
Schon ein paar Jahre her, aber zunehmende Aktualität.
Symposion
Die Bildung der Bildung
Wie werden Schulen zu guten Orten?
Tatsächlich zu Häusern des Lernens?
Zu Lebens- und Erfahrungsorten, in denen die herrschende Passivität von einer Vielfalt anTätigkeiten abgelöst wird?
Jedenfalls ist die Passivität in der Krise: Gleichgültigkeit und bloßes Durchkommen.
Überdeckt von der Faszination digitaler Medien, die sich als Prothesen andienen.
Warum können sie sich in unbewohnten Lücken der Lebenswelt, zu denen auch Schulen gehören, so raum- und zeitgreifend einnisten?
Und was könnte die Digitalisierung inklusive der Verfügbarkeit von „Endgeräten“ zur Kultivierung von Tätigkeiten beitragen?
Wie können wir die Klammer von Konsum und Passivität aufbrechen?
Ein nur leicht übertriebenes Bild:
Schulen sind immer noch überwiegend Zwangsrestaurants mit Aufesszwang.
Stichwort Bulimielernen. Wie könnten Schulen künftig die besten Küchen und die kultiviertesten Lokale werden?
Es wird gekocht und gegessen.
Neues wird kombiniert und viele Gespräche.
Vor dem Lernen steht das Kennenlernen.
Das wollen alle und es führt unvermeidlich weiter zum Lernen und zu Leistungen.
Die kann man dann gar nicht verhindern, so wie beim Sprechen- und Laufenlernen von Kindern.
(Wie würde es dem Sprechen- und Laufenlernen ergehen, wenn es im Unterricht gelehrt würde, sitzend und vor der Praxis erst der Lückentest ?)
Das Zwangsrestaurant produziert die Essstörungen, die den Beweis für die Notwendigkeit des Aufesszwangs liefern.
Neuerdings pariert mit hohem Therapieaufwand.
Ein Zirkel, der sich durch seine Negativität am Leben hält.
Und natürlich wird es Kochkurse geben. Grundbegriffe und Techniken.
Und wer tatsächlich eine Essstörung hat, dem wird mit individuellsten Rezepturen geholfen.
In dieser Schulküche wird die Gesellschaft neu gekocht.
Ein anderes Wort dafür wäre eine
…DNA Werkstatt….
……oder ein Basislager….
………oder die Schmetterlingspädagogik aus Wutöschingen…..
Es gibt viele Möglichkeiten.
Schulen würden ein Ort, in dem Zukunft entsteht:
Durch radikal wache Gegenwart.