Keine Angst vor der Angst

Angst essen Seele auf. So heißt ein Film von Rainer Werner Fassbinder. Wie weise.
Übersetzt in die Sprache der Sozialwissenschaft: »Wer von Angst getrieben
ist, vermeidet das Unangenehme, verleugnet das Wirkliche und verpasst das
Mögliche.« Das schreibt der Soziologe Heinz Bude in seinem jüngsten Buch »Ge-
sellschaft der Angst« (Hamburger Edition). Angst ist derzeit eines der häufigsten
Wörter. Sie dominiert die Politik und den Alltag. Die Folge: Unsicherheit wird ver-
mieden, nach Sicherheit wird gerufen, im Handumdrehen wird sogar ein Krieg er-
klärt. Die Vermeidung von Unsicherheit ist destruktiv. Wenn bloß Sicherheit ver-
langt wird, verdorrt erst die Lebendigkeit und dann auch das Leben. Hohe Zeit für
Prothesen aller Art.

…weiterlesen (PDF Dokument)