Wir bauen einen neue Stadt – Die Spielstadt Mini-München

Vor einigen Jahren habe ich einen Kurzfilm über die Spielstadt „Mini München“  fertig gestellt.
Dieser gab bereits den Anstoss zur Gründung von Kinderstädten u.a. in Hamburg.

Nun hat die große 60 Minuten Dokumentation am Sonntag den 14. April um 11 Uhr als Matinee in Zeise Kinos in Hamburg Premiere.

An die 2000 Kinder warten geduldig. Dann rennen sie Punkt 10 Uh in die Hallen. Sie können es gar nicht abwarten, sind so voller Vorfreude. Es sind Sommerferien. In manchen Familien haben die Kinder durchgesetzt, erst nach ein paar Tagen Mini-München, der Spielstadt, in Urlaub zu fahren. Oft nennen sie das Spiel Arbeit. Ja, sie wollen arbeiten, im Handwerkerhof, auf dem Bauhof, bei der Zeitung, beim TV oder in der Bank, die den Mi-Mü, die Währung an diesen Tagen, ausgibt. Es ist ein Glück wirksam zu sein. In der„Fetten Sau“ zu kochen oder an der „Comenius Hochschule“ zu studieren. Eltern und andere Erwachsene dürfen nur mit einem Passierschein aufs Gelände. Der verliert nach einer Stunde seine Gültigkeit.

Die Kinder wollen. Sie sind froh das Müssen der Schule hinter sich zu lassen. Dabei: „In drei Wochen Mini-München haben sie mehr gelernt als in einem Jahr Schule“, sagt die Kulturbürgermeisterin von München und alle nicken, auch ohne dass ein Fragebogen von PISA ausgefüllt wurde.

Was passiert da? Der Film zeigt es und lässt spüren, was es heißt hellwach und ganz gegenwärtig zu sein. Nicht eimal sieht man ein Smartphone, das gar nicht ausdrücklich verboten ist. Die Generalprothese auch vieler Kinder ist nicht nötig. Man bedenke das Ergebnis der in diesen Tagen veröffentlichten Studie des UKE Hamburg Eppendorf: Zweinhalb Stunden an Werktagen und vier Stunden an Wochenendtagen verbringen die 10 bis 17 jährigen mit diesem Weltersatz. Natürlich kann das Smartphone auch ein Kompass sein, wenn man sich in die Welt begibt. Aber wenn es an Welt mangelt, dann muss man sie bauen.

Wir bauen eine neue Stadt“ heißt der Dokumentarfilm von Reinhard Kahl, der sich mit Produktionen wie „Treibhäuser der Zukunft“ oder „Lob des Fehlers“ einen Namen gemacht hat.

Die Anfänge der Kinderstadt in München liegen bereits 50 Jahre zurück. Es ist kein luftiges Zukunftsprojekt. Aber selten spürt man so viel Zukunft wie dort. Ja, es wird an der DNA einer nächsten Gesellschaft gebastelt, die auf das Industriezeitalter folgen könnte – wenn es gut geht: eine Tätigkeitsgesellschaft.

Übrigens besetzten Kinder nach einem unterbrochenen Anfang von Mini-München 1986 das Rathaus. Das richtige Rathaus, der richtigen Stadt. Seitdem gibt es ein Rathaus der Kinderstadt alle zwei Jahre, drei Wochen in den Sommerferien. Seitdem hat diese Erfindung zu 300 Kinderstädten in allen Erdteilen geführt. Auch in Hamburg, wo es in diesen Sommerferien wieder eine Kinderstadt geben wird.

WIR BAUEN EINEN NEUE STADT – DIE SPIELSTADT MINI-MÜNCHEN
FILM VON REINHARD KAHL 58´45 MINUTEN – 2023 – ARCHIV DER ZUKUNFT