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24. März 2004 19´00
Lernen
Die Entdeckung des Selbstverständlichen
9. Stuttgarter Bildungsdiskurs im Literaturhaus
mit Manfred Spitzer
„Jedes Gehirn ist nichts anderes als das Protokoll seiner Benutzung.“
Manfred Spitzer
Hirnforscher haben die Erregung in den Köpfen von Schülern gemessen. Vormittags im Unterricht kamen sie auf die niedrigsten Werte. Was ist da nur in den grauen Zellen los? Dabei ist eine Botschaft der neurobiologischen Lernforschung völlig unbestritten:
Das Gehirn kann nicht nichtlernen.
Wehren sich womöglich die Schülerhirne gegen eine Kultur, die Lernen häufig noch wie die Verabreichung bitterer Medizin inszeniert? Woher kommt die Ansicht, Lust und Leistung verhielten sich zueinander wie Feuer und Wasser? Der Psychiater und Hirnforscher Manfred Spitzer tritt an das Gegenteil zu belegen:
„Lernen ist eine legale und von allen Nebenfolgen freie Droge“.
Wenn sich das Lernorgan allerdings zu lernen weigert, dann kann etwas nicht stimmen.
Es will aktiv sein. Es verlangt nach Beispielen. Dann macht es sich sogar seine Regeln selbst. Könnte es sein, dass es zuweilen unterfordert ist, obwohl – oder weil - ihm zu viel aufgetischt wird? Woran liegt es, wenn Jugendliche Symptome von geistiger Bulimie aufweisen?
Fragen über Fragen.
Manfred Spitzer ist Direktor der psychiatrischen Universitätsklinik Ulm und Autor von populären Büchern übers Lernen und die Hirnforschung. Er ist in Medizin und Philosophie promoviert und hat ein Psychologiestudium abgeschlossen. Zweimal war er Gastprofessor in Harvard