16. Dezember 2004
Pisa. Schafft Deutschland den Anschluss?
12. Stuttgarter Bildungsdiskurs im Literaturhaus
mit Andreas Schleicher
Anfang Dezember wird die zweite internationale Pisa-Studie veröffentlicht. Diesmal sind mehr als 40 Länder im Vergleich. Schafft Deutschland den Anschluss? Was zeichnet die erfolgreichen Bildungsnationen aus? Und überhaupt, was hat dieser größte Schülertest aller Zeiten gemessen?
Andreas Schleicher ist der internationale Koordinator der Pisa-Studie bei der OECD in Paris. Er sieht in Bildung die wichtigste Produktivkraft. Und kann nacheisen, dass sie ist eine Investition ist, die sich höher verzinst als eine gute Anlage bei der Bank. Warum verbucht man dann in Deutschland Bildungsausgaben immer noch als Kosten?
Andreas Schleicher misst das deutsche Bildungssystem an seinen Ergebnissen. Und er fragt, wie kommt es, dass bei uns viele Jugendliche, wenn sie die Schule verlassen haben, mit Mathematik oder Literatur nie wieder etwas zu tun haben?
Warum gehen in Deutschland viele Kinder zur Schule wie zum Zahnarzt?
Warum zieht man hierzulande schnell die rote Karte und sondert Schüler aus?
Übrigens: Der Grundschullehrer von Andreas Schleicher fand, er sei nicht für das Gymnasium geeignet. Hätte er nicht einen Professor zum Vater gehabt, was wäre wohl aus ihm geworden? Aber Professorenkinder kommen in Deutschland immer zum Gymnasium oder zur Waldorfschule. Aus dem zurückhaltenden Jungen wurde ein neugieriger. Er gewann einen Preis bei „Jugend forscht“. Sein Abitur machte Andreas Schleicher mit 1,0.