Jedes Kind ist eine Primzahl
Eine Ermutigung
Von Reinhard Kahl
Vortrag – Film – Diskussion
Jedes Kind ist eine Primzahl, teilbar nur durch eins und sich
selbst. Je weiter sich diese Entdeckung des Selbstverständlichen durchsetzt –
das Schlagwort dafür heißt „Individualisierung des Lernens“ - desto mehr sollte
der Gegenpol aus Gemeinschaft und Zusammenarbeit gestärkt werden.
Ohne dieses Yin und Yang der Bildung würde aus „Individualisierung“
Vereinzelung und eine Gemeinschaft, die keinen Raum für Umwege und Eigensinn lässt,
würde zum tristen Kollektiv.
Wie stellen wir uns eine Schule vor, in der es die Kinder
und Jugendlichen wagen sie selbst zu werden? In der ihr Lernen eine Vorfreude
auf sie selbst bleibt?
Eine Schule, die nicht mit dem sogenannten späteren Leben droht!
Eine, die Kinder ins Leben einlädt, in der man Fehler machen und Angst haben
darf. Aber keine Angst vor der Angst haben muss!
Wie schafft diese Schule eine gemeinsame Welt, ja eine Heimat?
Und was heißt das alles für die Lehrer, die Eltern und die Handwerker,
Landwirte oder Künstler, jene „Dritten“, die dort als Botschafter aus der
tätigen Welt wirken?
Reinhard Kahl ist Autor, Regisseur und Gründer des Archivs
der Zukunft. Der Montessori-Oberschule Potsdam ist er als Beobachter und
kritischer Freund seit dem Film „Treibhäuser der Zukunft“ verbunden. Seit drei
Jahren dokumentiert er das Schlänitzseeprojekt.
Er wird mit Ausschnitten aus seinen Filmen Geschichten vom
Lernen und von erfolgreichen Schulen erzählen. Er wird Ideen zu einer anderen
„Choreografie des Lernens“ entwickeln, anders als wir sie aus der herkömmlichen
Lehrplanwirtschaft westlicher und östlicher Provenienz kennen. Und er will
darüber mit Eltern, Lehrern und Gästen diskutieren.