Reinhard Kahl
Fässer füllen oder Flammen entzünden?
Vortrag mit Filmen
Der Schriftsteller, Arzt und Priester Francois Rabelais
schrieb vor 500 Jahren, „Kinder wollen nicht wie Fässer gefüllt, sondern wie Fackeln
entzündet werden.“ Eigentlich weiß man, worauf es beim nachhaltigern Lernen
ankommt. Aber die Verführung Fässer zu füllen ist groß. Lehrer, Schüler und
Eltern glauben dann nichts falsch zu machen, auch wenn am Ende dieses
Nummer-Sicher-Weges häufig die Lernbulimie steht. Hastig rein und nach der Prüfung
alles gleich wieder raus. Nach ein paar Jahren ist vom Stoff der Lehrpläne
wenig geblieben.
Wie arbeiten Schulen, die statt abzufüllen, mit einem
Lernvirus infizieren? Können Pädagogen nicht am meisten über das Lernen lernen,
wenn sie die Kinder genau beobachten? Reinhard Kahl berichtet von seinen
Beobachtungen und zeigt Ausschnitte aus seinen Filmdokumentationen über
Schulen, die gelingen und aus seinem Film „KINDER! – Über das Lerngenie“.
Multiple Begabungen von Kindern individuell fördern
20.08.2009
Internationales Centrum für Begabungsforschung veranstaltet Kongress an der WWU
Das internationale Centrum für Begabungsforschung richtet gemeinsam mit dem Landeskompetenzzentrum für
Individuelle Förderung NRW und dem Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung den 3. Münsteraner
Bildungskongress zum Thema "Individuelle Förderung multipler Begabungen" aus.
Bei der Veranstaltung, die vom 9. bis 12. September an der Universität Münster stattfindet, werden ausgewiesene
Experten auf diesem Forschungsgebiet wie Prof. Howard Gardner von der Harvard University und Prof. Ellen Winner vom
Boston College neben vielen anderen Wissenschaftlern ihre Forschungsergebnisse präsentieren und von ihren Erfahrungen
berichten. Mit Praktikern und Interessierten sollen neue Entwicklungen und Förderansätze diskutiert werden.
Denn in Kitas und Kindergärten, in Grundschulen und weiterführenden Schulen stehen die pädagogischen Lehrkräfte
immer wieder vor der Frage: Wie fördere ich die Kinder so, dass sie ihre unterschiedlichen Begabungen voll ausschöpfen
können? Wie gelingt es mir, dass die Kinder ihre Stärken zur Bewältigung ihrer Schwierigkeiten einsetzen? Wie kann ich
sie in ihren Lernprozessen unterstützen? Spätestens die Ergebnisse der großen internationalen Vergleichsstudien PISA
und IGLU haben deutlich gemacht: In deutschen Kindertagesstätten und Schulen gibt es einen großen Bedarf für eine
verbesserte individuelle Förderung. Diese Aufgabe wird zunehmend erkannt. Dabei gilt es, Kinder in ihren vielfältigen
Begabungen optimal zu fördern.
Für den Kongress haben sich bislang etwa 600 Teilnehmer angemeldet. Über 100 Referenten aus ganz Deutschland und
zahlreichen anderen Ländern haben zugesagt, fast 60 Vorträge und 40 Workshops zu halten. An jedem Tag wird der
Kongress einen anderen Schwerpunkt verfolgen. Nach der Eröffnung durch den nordrhein-westfälischen
Innovationsminister Andreas Pinkwart wird der Fokus auf dem Thema "Talente: Die Perspektiven der multiplen
Begabungen" liegen. Am zweiten Kongresstag konzentrieren sich die Beiträge auf übergreifende Themen der
Begabungsforschung und -förderung vom Elementar- über den Grundschulbereich und das Einsatzfeld in den
weiterführenden Schulen bis zum Hochschulbereich. Der dritte Kongresstag ist den fachspezifischen Anforderungen und Möglichkeiten in den Fächern Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen, Philosophie, Kunst, Naturwissenschaften
beziehungsweise Sachunterricht, Musik, Sport und Gesellschaftswissenschaften gewidmet. Hierzu werden zahlreiche
Vorträge und Workshops stattfinden. Abgeschlossen wird dieser Tag durch einen Filmvortrag des Bildungsjournalisten
Reinhard Kahl mit Schulbeispielen zur Individuellen Förderung. Am vierten Kongresstag soll das Thema "individuelle
Förderung multipler Begabungen" aus internationaler Sicht beleuchtet werden.
Hauptvorträge werden neben den amerikanischen Gästen Prof. Dr. Matti Meri von der Universität Helsinki in Finnland,
Prof. Dr. Albert Ziegler von der Universität Ulm, Prof. Dr. Werner Deutsch von der Technischen Universität Braunschweig
und Prof. Dr. Wolfgang Lück von der Universität Münster halten.
Der Kongress richtet sich an pädagogische Fachkräfte, an Verantwortliche der Lehrerausbildung und -fortbildung, an
Vertreter der Bildungsverwaltung und Politik, an Wissenschaftler, Studierenden und interessierte Eltern.
Hauptkooperationspartner sind die Volkswagen AG und der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft.