Di 25. November 2008 | Gespräch
Hamburger Bildungsdiskurs mit Peter Fratton:
Wollen statt Müssen
Vor fast 30 Jahren wollte der Schweizer Lehrer Peter Fratton seinen Beruf aufgeben. Die Schule sei eigentlich nicht der Ort zum Lernen. Stattdessen gründet er seine eigene Bildungseinrichtung, das »Haus des Lernens«. Mittlerweile gibt es weltweit insgesamt 18 Lernhäuser in acht Ländern. Die Schulen sind jeweils im Besitz der Lehrer, sie beginnen zum Teil schon mit der Vorschule und bieten neue Formen der Berufsausbildung an. Europaweit sind sie inzwischen ein Vorbild für Gründer freier Schulen.

SBW-Lernhaus in Romanshorn,
Schweiz (Foto: SBW)
Ziel der Bildungsarbeit in den SBW-Lernhäusern ist die Förderung der »eigenverlangten« Leistung. Es gelten die vier »pädagogischen Urbitten«: Bringe mir nichts bei, erkläre mir nichts, erziehe mich nicht, versuche nicht, mich zu motivieren! Schüler werden als Lernpartner, Lehrer als Lernbegleiter betrachtet. Das pädagogische Konzept in den Schulen fokussiert auf Organisationshilfen wie z.B. Lerntagebuch, Lernverträge und Lernpass, Strukturen, d.h. genaue Wochenlernziele und darauf abgestimmten Lernhilfen. Lernateliers laden zum gemeinsamen Lernen ein. Der Schulalltag ist geprägt durch individualisiertes und autonomes Lernen und einen respektvollen Umgang miteinander