Hamburger Bildungsdiskurs:
15. September 2008 19 Uhr
Pioniere zwischen den Disziplinen – Ideen für eine neue Universität
Stephan A. Jansen, Präsident der Zeppelin Universität Friedrichshafen im Gespräch mit Reinhard Kahl
In Deutschland werden die Hochschulen nach dem Modell von Bachelor- und Masterstudiengänge umgebaut. Das Ziel ist möglichst frühe Berufsfähigkeit. Da glaubt man sich verhört zu haben, wenn man Hans Ulrich Gumbrecht von der Stanford University hört: „Die Frage nach der Berufsrelevanz der Bildung stellt sich in Stanford überhaupt nicht.“
Die private Zeppelin Universität in Friedrichshafen folgt dieser Maxime auf dem alten Bildungspfad und macht doch fast alles anders. Schon der Name: „Hochschule zwischen Wirtschaft, Kultur und Politik.“ Wie geht das, Studieren zwischen den Disziplinen? Die Bildung von „spezialisierungsfähigen Generalisten“ steht im Vordergrund. Studierende sollen dort „das Wollen denken lernen.“ Das Gründungsmotiv: „Pioniere statt Eliten“. Wie kann im Jahr 2008 in Deutschland Bildung aussehen, die keine Ausbildung mehr sein will?
Prof. Dr. Stephan A. Jansen ist mit 37 der jüngste Unipräsident in Deutschland. Nach einer Banklehre studierte er in Witten/Herdecke, New York und Tokyo Wirtschaftswissenschaften. Später arbeitete er an den Universitäten Stanford und Harvard, gründete ein Forschungsinstitut und drei Unternehmen, bevor er als 31jähriger mit dem Aufbau der neuen Universität direkt am Bodenseeufer begann. Und Hans Ulrich Gumbrecht aus Stanford hat er als Gastprofessor nach Friedrichshafen berufen, weil es Ihnen beiden um Bildung und Relevanz geht.