Anmeldung formlos erbeten an:
pisa-symposium@sagst.de
Aus PISA gelernt?
Symposium zu einer kritischen Zwischenbilanz
nach 5 Jahren gesteigerten Reformeifers und Beharrungs-vermögens
in der deutschen Bildungslandschaft
Freitag, 24. November 2006
9:00 bis 17:15 Uhr
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
10117 Berlin
Markgrafenstraße 38 (am Gendarmenmarkt)
Anmeldung formlos erbeten an:
pisa-symposium@sagst.de
Wenngleich bei früheren internationalen Schulleistungsvergleichen selten in der Spitzengruppe anzutreffen, wurde das Selbstbild der Deutschen durch die seit 2001 publizierten Länder- und Bundesländervergleiche mehr als erwartet verunsichert.
Dies ist ohne Zweifel auf die Einsicht zurückzuführen, dass Deutschland im globalen Wettbewerb lediglich mit dem „Rohstoff“ Bildung punkten kann.
Die reiche und vielfältige reform- und alternativpädagogische Erfahrung Deutschlands ausblendend orientieren sich die überwiegend parteipolitisch vorhersagbaren Neuansätze im Bildungswesen an “früher-schneller-effizienter“, verbunden mit
zentralistischen Elementen der Standardisierung.
Die schon vor PISA viel diskutierte und geforderte Individualisierung der Bildungswege und die dafür unverzichtbare Offenheit und Vielfalt im Bildungswesen geraten dabei ins Hintertreffen.
Gemessen an den Zeiträumen, die in Ländern wie Schweden oder den Niederlanden für (erfolgreiche) Bildungsreformen benötigt wurden, kann man für Deutschland von einer „Halbzeit“ nach der ersten Veröffentlichung von PISA sprechen.
Die Software AG – Stiftung, die sich stark u.a. im Bereich der Schulen in freier Trägerschaft engagiert, möchte mit Wissenschaftlern und Praktikern sowie politisch Verantwortlichen den „Stand der Dinge“ diskutieren.
Hierzu scheint es sinnvoll, sich die Intentionen der OECD ungefiltert zu vergegenwärtigen, wozu Dr. Andreas Schleicher (PISA-Koordinator der OECD, Paris) beitragen wird.
Zur Gewinnung einer hilfreichen Distanz zur (allzu-) deutschen Szene wird Prof. Dr. Dr. Günter Haider (Universität Salzburg) vom Umgang Österreichs mit der bei PISA verwendeten Methodik der Schülerleistungserhebung und den Resultaten berichten.
Zu Fragen der Schülerleistungs-beschreibung und ihrer pädagogischen Auswirkung hat Prof. Dr. Hans Brügelmann (Universität Siegen) jüngst aufsehenerregend publiziert. Wie passen seine Erkenntnisse zum bildungspolitischen mainstream?
Annemarie von der Groeben setzt jahrzehntelange Erfahrungen der Laborschule Bielefeld in Beziehung zu den aktuellen bildungspolitischen Trends.
Prof. Dr. Seiffge-Krenke (Universität Mainz) hat sich in internationalen Studien mit den psychosozialen Rahmenbedingungen befasst, unter denen schulische Leistungen zustande kommen.
Die Potsdamer Montessori-Gesamtschule geht als staatliche Schule nach dem Versuchsstadium ihre eigenen Wege. Die Rektorin Ulrike Kegler wird davon berichten.
Dr. Wolfgang Harder, früherer Leiter der Odenwaldschule und Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft der Schulen in freier Trägerschaft, plädiert für pädagogische Vielfalt im Bildungswesen.
Reinhard Kahl, Bildungsjournalist und Filmemacher (u.a. „Treibhäuser der Zukunft“) führt durch den Tag, regt Gespräche an und moderiert die abschließende Podiumsdiskussion.
Landesschulrat Hans-Jürgen Pokall von der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport wird als Mitglied und für den Schulausschuss der KMK an der Podiumsdiskussion teilnehmen.
9:00 Uhr Begrüßung durch die Software AG- Stiftung
Prof. Dr. Horst Philipp Bauer
9:15 Die Kern-Intentionen der OECD
bei PISA
Dr. Andreas Schleicher, OECD
9:45 Nachfragen/Klärungen
Moderation. Reinhard Kahl
10:05 PISA in Österreich
Prof. DDr. Günter Haider, Uni Salzburg
10:40 Zur Problematik schulischer Leistungsbeurteilung
Prof. Dr. Hans Brügelmann, Uni Siegen
11:15 Kaffee-/Tee-Pause
11:40 Schon vor PISA auf dem richtigen Weg? Anmerkungen zur aktuellen Diskussion aus Sicht der Laborschule Bielefeld
Annemarie von der Groeben
12:15 Basiskompetenzen deutscher Jugendlicher im internationalen Vergleich: Gewinner und Verlierer ?
Prof. Dr. Inge Seiffge-Krenke, Uni Mainz
12:45 Nachfragen/Klärungen
Moderation: Reinhard Kahl
13:15 Uhr Mittagsimbiss
14:15 Veränderungen sind – auch im staatl. Schulwesen – möglich. Bericht von der Montessori-Gesamtschule Potsdam
Ulrike Kegler, Rektorin
14:45 Vielfalt statt Standardisierung
Dr. Wolfgang Harder, Bundesarbeitsgem. der Schulen in freier Trägerschaft
15:15 Kaffee-/Tee-Pause
15:45 Podiumsdiskussion Thema: Potentiale wecken –
bis Fähigkeiten fördern! Durch Standards oder Vielfalt?
~ 17:15 Uhr Moderation: Reinhard Kahl
TeilnehmerInnen:
Konrad Adam, Die Welt (angefragt)
Marianne Demmer, GEW
Hans-Jürgen Pokall, KMK
Andreas Schleicher, OECD
Sybille Volkholz, Heinr.-Böll-Stiftung
NN, Software AG - Stiftung