Der Weltbildungstag (World Literacy Day) wurde von der UNESCO im September 1965 in Teheran ins Leben gerufen; Anlass war die Weltkonferenz zur Beseitigung des Analphabetentums. Weltweit wird seither jährlich am 08. September mit Veranstaltungen auf die Problematik des Analphabetismus aufmerksam gemacht. Auch terranova greift das Thema auf und widmet sein Programm am 08. September 2006 aus verschiedenen Blickwinkeln dem Thema Bildung.
Der Autor, Regisseur und Produzent Reinhard Kahl widmet sich vorrangig Themen rund ums Denken und Lernen. Der studierte Erziehungswissenschaftler und Soziologe, der für verschiedene öffentlich-rechtliche Fernsehsender und Zeitschriften journalistisch tätig ist und unter anderem mit dem Wang Journalisten- und dem Grimmepreis ausgezeichnet wurde, zeichnet auch für die drei Dokumentationen verantwortlich, die terranova zum Weltbildungstag ausstrahlt.
Außerdem kommen in einer Wiederholung der Sendung vom 04. Juni 2006 nochmals Daniel Cohn-Bendit und seine Gäste – unter anderem auch Reinhard Kahl - zum Thema „Schule in Europa“ zu Wort.
Das terranova-Programm
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18:00 Uhr Die Entdeckung der frühen Jahre
Die Initiative „McKinsey bildet“, initiiert von dem international operierenden Unternehmensberatungsgruppe McKinsey verfolgt das Ziel, eine umfassende Reform des deutschen Bildungssystems zu thematisieren und zu unterstützen – Bildung ist, als Voraussetzung für die positive Entwicklung des Wirtschafts- und Innovationsstandorts Deutschland von elementarer Bedeutung. Die Reportage berichtet über den Kongress „McKinsey bildet“, auf dem auch Kurzfilm-Dokumentationen über die zugehörigen Bildungswerkstätten gezeigt wurden, die Beispiele aus dem bereich der frühkindlichen Bildungsförderung illustrieren. Unter anderem werden dabei ein „Mitmach-Museum“ und ein Musikkindergarten, Weiterbildungs-Maßnahmen für Erzieherinnen, Kindertagesstätten und ein Besuch bei Vorschulklassen in skandinavischen Ländern gezeigt.
19:00 Uhr Spitze – Schulen am Wendekreis
Was nur machen die Skandinavier anders in ihrem Schulsystem? Wieso sind nordeuropäische Schulen so erfolgreich, wie entsteht das Innovationsklima, das die gesamte Gesellschaft erfasst? Verblüffende Ergebnisse bei Prüfungen beweisen: Es ist möglich, hohe Leistungsansprüche und Spaß am Lernen unter einen Hut zu bringen. Die Dokumentation stellt Schulen, Schüler und Lehrer in Finnland und Schweden vor und zeigt, wie das Erfolgsrezept der Bildungsschaffenden dort aussieht.
20:15 Uhr Cohn-Bendit trifft.... Bildung in Europa: Schulsysteme im Vergleich
Pisa-Studie, die Berlin-Neuköllner Rütli-Schule, Perspektivlosigkeit an den Hauptschulen – das deutsche Schulwesen sorgt für negative Schlagzeilen. Sinkendes Unterrichtsniveau und immer mehr Schulabbrecher auf der einen Seite, die Klagen der Lehrer über das Desinteresse der Eltern, die der Eltern über unmotivierte Pädagogen und die der Schüler über veralteten Unterrichtsstoff auf der anderen – offensichtlich liegt Einiges im Argen. Schuldzuweisungen und Unsicherheit weiten sich aus. Ganz anders der Eindruck, den das Schulwesen anderer Länder erweckt: Finnische Schüler etwa brillierten bei der Pisa-Studie und scheinen weitaus zufriedener in der Schule – aber auch zwischen den einzelnen Bundesländern werden gravierende Unterschiede im Leistungsvergleich auffällig. Ein vielschichtiges Thema für Daniel Cohn-Bendit und seine Gäste, die über Unterschiede, Probleme und Herausforderungen der europäischen Schulen diskutieren. In der in Straßburg aufgezeichneten Sendung begrüßte Daniel Cohn-Bendit folgende Gäste: die Europa-Abgeordneten Satu Hassi, (Die Grünen/ Finnland), Doris Pack (CDU/ Deutschland) und Christa Prets (SPÖ/ Österreich) sowie den Journalisten Reinhard Kahl.
21:15 Uhr Treibhäuser der Zukunft: Wie Schulen in Deutschland gelingen
Der renommierte Bildungsjournalist Reinhard Kahl zeigt in dieser Dokumentation Erfolgsrezepte für den Bildungsalltag in Deutschland auf. Dazu wurden mehr als 200 Stunden Filmmaterial ausgewertet, mit den Alltag und Unterricht aus der Sicht von Schülern, Lehrern und Eltern beobachtet wurde. Ergänzt durch Interviews mit Wissenschaftlern werden so Zukunftsperspektiven für das Schulwesen aufgezeichnet, die mancherorts bereits in die Praxis umgesetzt werden. So kommen unter anderem Beteiligte aus der Friedrichshafener Bodensee-Schule, den Jena-Plan-Schule in Jena und dem Gymnasium Klosterschule in Hamburg zu Wort, in denen bereits eine Neudefinition von Raum und Zeit für das Lernen stattfand – „Treibhäuser der Zukunft“.