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Veranstaltung: ÜBERGÄNGE - Der Skandal des Gelingens Mit Enja Riegel
Veranstaltungsort: Landesinstituts für Lehrerbild
Adresse: Felix Dahn Str, 3
Hamburg
Veranstaltungslink: http://li-hamburg.de/fix/files/doc/04-09-02-Einladung-Enja-Rieger.pdf
Datum: 14.09.2004

 

Ein Abo für die Einladungen zu allen Übergänge-Veranstaltungen können Sie per E-mail anfordern: kressel@ifl-hamburg.de

14.9. 2004 19.00 Uhr

 

 

 

 


 

Enja Riegel, Wiesbaden

Pensioniertie Direktorin der Helene-Lange-Schule

Der Skandal des Gelingens

 

 

An ihrem ersten Tag als Direktorin der Helene-Lange-Schule sah Enja Riegel schwarz. Das Kollegium trug Trauerkleidung. Ausnahmslos. Die Riegel sollte es nicht werden! Solchen Protest hatte es in einer Schule noch nicht gegeben.


Fast 20 Jahre später bedankte sich das Kollegium der Wiesbadener Schule zur Pensionierung ihrer Schulleiterin mit einem grandiosen Fest. Lehrer und Schüler hatten dafür ein Zirkuszelt errichtet. Ein Schatten allerdings lag über dem Abschiedsfest im Februar 2003. Während ihrer Rede erlitt Enja Riegel einen Herzinfarkt, den sie erst nicht wahrhaben wollte. War das die Quittung? War ihr Einsatz, der diese Schule gegen tausend Zweifel und Widerstände an die Spitze gebracht hatte, nicht doch zu hoch? Und ist die Helene-Lange-Schule vielleicht nur ein Extremfall, der die deutsche Regel bestätigt? Oder muss man sich nicht endlich von dem Gedanken lösen, dass es das eine richtige Modell für die gute Schule gibt?


Die Helene-Lange-Schule ist das beste Beispiel für die Befreiung von diesem Glauben an den einen Weg. Gleich einem Individuum hat sie sich au den Weg gemacht. Daraus ist eine Biografie geworden. Sie macht ihre Geschichte, ausgehend von Bedingungen, die sie sich nicht hat aussuchen können. Den Anstoß gab Enja Riegel. Sie hat die Abkehr vom Leben im fremden Auftrag vorgelebt. Das beflügelt.

 

Der Schule wurde die eigene Biographie nicht geschenkt. Die erwarb sie sich gewöhnlich gegen Widerstände. Manchmal mit List. Die Schulleiterin ließ Wände einreißen und schickte Schüler während der Pubertät hinaus ins Leben. Lehrer wurden selbstständiger und arbeiten schon seit vielen Jahren in Teams. Sie gewannen Macht. Aber auch die Schulleiterin erweiterte ihre Macht. Diese Art von Macht ist keine Nullsummenspiel. Sie wird nicht verteilt, sondern produziert. Die Philosophin Hannah Arendt schrieb in diesem Zusammenhang: „Macht kommt von mögen.“ Im englischen Wort Power erklingt etwas von dieser Gestaltungsmacht, der viele in Deutschland nicht so recht trauen.

 

Wer die Helene-Lange-Schule in Wiesbaden betritt, findet keine Spur jener grauen Normalverwahrlosung, die in vielen Schulen als erstes auffällt. Das oberste Prinzip heißt dort: „Nicht wegsehen.“ Das betrifft die Leistungen der Schüler ebenso wie ihre Personen und den ganzen Alltag der Schule. Mit den überzeugenden Ergebnissen wuchs das Vertrauen bei Eltern, aber auch bei Behörden und vor allem in der Schule.

 

Wie bringt man solche Aufwärtsspiralen in Gang? Was zeichnet eine gelungene Schule aus? Wohl kaum die größtmögliche Annäherung an ein Standardmodell. Gelingen kann nur, was auch schief gehen darf. So entsteht das Eigene. „Lernende Organisationen“ erschaffen sich aus Antworten auf ihre inneren Probleme, auf äußere Störungen und nicht zuletzt auf Fehler. Darin sind sie Individuen vergleichbar. Es kommt also darauf an, dass sie mit sich selbst ins Gespräch kommen.

 

Wenn Schulen in ihrem Verhältnis zu sich selbst und zu ihrer Umwelt Autonomie gewinnen, dann wollen und können sie verantwortlich agieren und mit anderen Organisationen kooperieren. Haben Schulen diese Freiheit? Und wenn ja, wie weit geht sie? Geklonte Gebilde jedenfalls können nur funktionieren, nicht gelingen. 

 

Enja Riegel ist seit Anfang 2003 pensioniert. Seitdem hat sie das Buch „Schule kann gelingen“ (S.Fischer Verlag) geschrieben. Inzwischen treibt sie die Gründung einer neuen Schule voran, die Schülerleistungen noch weiter steigern soll, indem sie die Regeln, Rituale und Reviere der Schule kultiviert.

 

 

 


 

                                                                                          

                            (Tilman Kressel )                                      (Reinhard Kahl)

                                         LI-Tagungen                                                                   Journalist

                 

 

Enja Riegel

 

Der Skandal des
Gelingens


Dienstag, 14. September 2004 um 19.00 Uhr

in der Aula des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung
 Felix-Dahn-Str. 3 (U-Bahn Schlump oder Christuskirche)

 

Die Veranstaltungsreihe Übergänge – von der belehrten zu lernenden Gesellschaft versteht sich als ein Forum, das Menschen unterschiedlicher Profession zusammenbringen will.

Alle Veranstaltungen sind öffentlich.

Bitte auch an Nicht-Pädagogen weitergeben!

 


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