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Veranstaltung: Übergänge mit Wolgang Edelstein - Demokratie in der Schule
Veranstaltungsort: LI für Lehrerbildu
Adresse: Felix Dahn Str.
Hamburg
Datum: 25.10.2005

 

Prof. Wolfgang Edelstein

Direktor em. am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin

Was heißt eigentlich Demokratie in der Schule?

 

Schülermitverwaltung allein kann es ja wohl nicht sein. Und bloß der Inhalt entsprechender Fächer sicher auch nicht. Chancengleichheit? Respekt vor der Verschiedenheit? Oder ist es immer noch ein bisschen so, wie vor einer Generation eine Schlagzeile in der Tageszeitung „Industriekurier“ lautete: „Demokratie hat in Betrieben so wenig zu suchen wie in Schulen, Krankenhäusern und Gefängnissen.“

 

Wir wollen diesen Fragen in einem Gespräch mit Wolfgang Edelstein nachgehen.

 

Kürzlich fasste er Resultate von Schulforschungen so zusammen:

 

„Mehr als 25% der Hauptschüler, 18% der Realschüler, etwa 14% der Gymnasiasten, insgesamt also ca. 22% der Sekundarschüler empfindet die Schule insgesamt als nutzlos und möchten ihr entrinnen. Sogar 57% der Sekundarschüler finden große Teile des Lernstoffs nutzlos, und dies gilt sogar noch für die Sekundarstufe II (55,3%). Fast ein Viertel leidet unter Schulangst, fast 60% geraten in Panik bei unvorbereiteten Leistungskontrollen, fast 40% ängstigen sich vor Demütigungen, 37% müssen die gesamte Freizeit opfern, um mitzukommen, und 23% behaupten, dass die Schule sie bis in den Schlaf verfolge. Langeweile in den Fächern nennen fast 60% der Schulschwänzer als häufigsten Grund.“ ((Leiske, Sturzbecher & Gerril-Vert 2000  Befragung von Schülern in Brandenburg - danach haben sich die Werte über Schulunlust in 7 Jahren verdoppelt!!)

 

Wolfgang Edelstein fragt, „wie würden wir uns an einem Arbeitsplatz fühlen, den wir so wahrnehmen würden? Die Selbstwirksamkeitsüberzeugung der Schüler hängt von den Lehrern und von der Schule ab. Und überwiegend sind die so, dass die Schüler eine Überzeugung eigener Wirksamkeit nicht entfalten.“

 

Eine zeitgemäße Schule sollte den demokratischen Pegel in Klassen und Lehrerzimmern aber mindestens so hoch legen, wie es der gesellschaftlichen Wirklichkeit außerhalb der Schule entspricht. 

 

 

Nicht nur seine wissenschaftliche Arbeit, auch seine Biographie drängt Wolfgang Edelstein zum Thema Demokratie.

 

1938 emigrierte die jüdische Familie von Freiburg nach Island. Da war Wolfgang Edelstein neun Jahre alt. In der deutschen Grundschule wurde der ¸¸Jud" vom Lehrer Kiefer geprügelt und gedemütigt. Aber er hatte auch seinen Lehrer Löhlein, der war freundlich und bot die Resonanz, ohne die keine Bildung gelingt. So erlebte Edelstein schon als Kind, worüber er später als einer der Direktoren des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung arbeitete: Inklusion und Exklusion. Werden Schüler in der Schule willkommen geheißen oder müssen sich viele wie blinde Passagiere fühlen?


Aus dem Land der Selektion vertrieben, lernte Wolfgang Edelstein in Island eine Gesellschaft kennen, die Kindern und Jugendlichen prinzipielle Zugehörigkeit verspricht: Jeder ist ganz gut
und alle werden gebraucht. Zum Studium der Linguistik, Philosophie und diverser Sprachen ging der deutsche Jude mit isländischem Pass 1949 nach Grenoble und später nach Paris. Dann holte ihn ein Freund als Lehrer an das Internat Odenwaldschule. An dieser legendären ersten deutschen Gesamtschule wurde Edelstein Studienleiter. Die Konferenz schickte Kollegen zu Recherchen ins Ausland oder zum Weiterstudium an die Uni. Deren Arbeit übernahmen die anderen. „Die Schule hat einen Daniel Cohn-Bendit zu Daniel Cohn-Bendit gemacht," erinnert sich dessen Lehrer Wolfgang Edelstein. Nebenher promovierte er in Heidelberg in mittellateinischer Philologie. Später ersonn er zusammen mit Alexander Kluge die Gründung des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung.

 

In diesem Institut lernte der Isländer, die Staatsangehörigkeit hatte er behalten, erst mal Schulen und Hochschulen anderer Länder kennen. Er studierte die kognitive Psychologie und las Jean Piaget, wurde Gastprofessor in Harvard und leitete in Berlin zeitweilig das Institut. Nebenher war er 18 Jahre lang Chief Scientific Adviser des Bildungsministers in Island und organisierte dort die Schulreform. Vor allem treibt ihn diese Frage: „Was führt zur Bereitschaft, sich zu engagieren? Wie kommt Self-efficacy auf?" Das ist Edelsteins wichtigster Begriff seit Jahren. Selbstwirksamkeit heißt die etwas umständlich klingende Übersetzung. Die Idee setzt sich langsam durch.

                                                                                                                     

    

Wolfgang Edelstein im Gespräch mit Reinhard Kahl

Was heisst eigentlich Demokratie in der Schule?

 

Dienstag, 25. Oktober 2005 um 19.00 Uhr

in der Aula des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung
 Felix-Dahn-Str. 3 (U-Bahn Schlump oder


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