Wie in Deutschland Schulen gelingen
Film und Diskussion von und mit Reinhard Kahl, Hamburg
Mittwoch, 08. Juni 2005, 19:30 Uhr, Eintritt frei
Großer Saal, Gesellschaftshaus Königstraße 5
NEUE AKTIVITÄTEN DER GEMEINNÜTZIGEN IN SACHEN BILDUNG
In loser Reihenfolge wird es in Zukunft „mittwochsBILDUNG“ in der GEMEINNÜTZIGEN heißen: Filme, Vorträge und Diskussionen von Eltern, Lehrern, Vertretern verschiedener Institutionen und Verbände und anderen Experten, die sich dem Thema „Wie Schule gelingen kann“ annehmen.
Den Anfang macht der exzellente Kenner der Materie, Reinhard Kahl, Hamburg, der als Bildungsexperte, Autor und Filmemacher spätestens nach Pisa eine bekannte Größe in der wissenschaftlichen und populären Auseinandersetzung in Sachen Bildung geworden ist. Er wird seinen Film „Treibhäuser der Zukunft“ in der GEMEINNÜTZIGEN vorstellen und zu einer Diskussion bereitstehen.
Das Erfrischende an Kahl ist, dass er ins „Gelingen verliebt ist“, Mut statt Kleinmut propagiert und sämtlichen Beteiligten den Opferstatus raubt, ihnen stattdesssen die Verantwortlichkeit zurückgibt und Neugier weckt mit seinem Kernmotiv: „Lernen bedeutet, sein Leben in die eigene Hand zu nehmen“.
Er hat aus 200 Stunden Filmmaterial einen Extrakt von gut 100 Minuten eingedampft über Schulen in Deutschland, die beschlossen haben, einen neuen Weg zu gehen, anders und erfolgreicher zu arbeiten. Die Beispiele reichen von Hamburg über Leipzig bis nach Friedrichshafen.
Es handelt sich nicht um außergewöhnliche Schulen, keine Laborschulen mit besonderer Ausstattung, sondern es sind ganz normale Schulen, die allerdings in der Regel zu Ganztagsschulen geworden sind und den 45-Minutentakt einer deutschen Schulstunde außer Kraft gesetzt haben.
Als Vorteil wird es empfunden, dass die Schüler keine homogene Gruppe, sondern verschieden sind. Mannigfaltigkeit in jeder Beziehung ist ausgesprochen erwünscht. Individualität sowie Kooperation werden groß geschrieben. „Unterrichten heißt, Widersprüche entstehen zu lassen, damit sie geklärt werden“, nennt es J. P. Martin in Eichstätt. Statt „Osterhasenpädagogik“, womit der traditionelle Frontal-Unterricht gemeint ist, entwickeln Lerngruppen Fragestellungen, die in einem klar strukturierten Schulalltag mit viel Abwechslung gelöst werden. Bewegung, Spiel, Projektarbeit und vernetztes Lernen sprechen die Schüler nicht allein kognitiv sondern auch emotional und sozial an: „Lernen ist eine Aktivität des ganzen Menschen“. Die Leistung wird darüber nicht vergessen. Ganz im Gegenteil fördert diese Art von Unterricht die Leistungsbereitschaft der Kinder. Auslese und Trennung, wie sie ein gegliedertes Schulsystem vorsehen, sind sekundär.
Schulen werden als Lebensorte zur „Stätte der Personwerdung“. Eine Lehrerin nennt es das Wichtigste, die Kinder nicht zu beschämen. Reinhard Kahl glaubt, dass im Erziehungsprozess der Schule das Menschenbild das Entscheidende ist, eine Art „positiver Beseelung“.
Wir wollen uns als GEMEINNÜTZIGE mit anderen auf einen neuen Weg begeben. Wir haben uns vorgenommen, wie es Kahl empfiehlt, „ einfach bei uns selbst anzufangen“. Und wir wollen die Diskussion über Schule und Bildung aus der Ideologisierungsfalle befreien.
BEGLEITEN SIE UNS AUF DIESEM WEG!
KOMMEN, HÖREN, SEHEN UND FRAGEN SIE
UND WIRKEN SIE SO ALS MULTIPLIKATOREN !
Diese Filmvorstellung soll ein Anfang sein, um den Film „Treibhäuser der Zukunft“ in den kommenden Monaten in Lübeck und Umgebung allen Schulen und Bildungseinrichtungen zur Verfügung zu stellen, um das Gespräch zwischen Eltern, Lehrern und Schülern neu zu entfachen.
Ansprechpartnerin
Antje Peters-Hirt / Vorsteherin DIE GEMEINNÜTZIGE
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