Andreas Weber: Das SCHWINDEN der BLÜTEN, der INSEKTEN und was das mit unserer SEELE macht

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Datum:    03.06.2017

Uhrzeit:  17:00

Veranstaltungsort
Gesprächsscheune Brünkendorf


Den Autofahrern fiel irgendwann auf, dass sie im Sommer nicht mehr die von Insekten verklebten Windschutzscheiben schrubben müssen. Es ist gar nicht viele Jahre her, da standen dafür an den Tankstellen Eimer mit besonders harten Schwämmen. Die braucht man nicht mehr. Könnte es einen eindeutigeren Befund für das Schwinden der Insekten geben? Der Rückgang der „Insektenbiomasse“ wird allein seit Mitte der neunziger Jahre auf achtzig Prozent beziffert. Was ist da passiert?

Und was wird folgen? Äpfel und Tomaten brauchen Insekten um bestäubt zu werden. Das kann man auch als Wirtschaftsleitung ausdrücken. Allein die Arbeit der Bienen wird auf zwei Milliarden Euro im Jahr beziffert. Die Insekten zersetzen organische Stoffe, fressen Schädlinge und sind nicht zuletzt Nahrung für Vögel. Auch die verschwinden, wie die Blüten am Feldrand. Es verschwindet die Vielfalt. Man mag es nicht glauben, tatsächlich ist die Zahl der Brutpaare in landwirtschaftlichen Gebieten zwischen 1980 und 2010 um 300 Millionen Tiere zurück gegangen. Das sind 57 Prozent!  Vom Kiebitz und den Rebhühner sind 80 Prozent in diesem kurzen Zeitraum weg. Einfach weg. Das klingt fast idyllisch gemessen an der Zahl, die man in der führenden Zeitschrift „Nature“ lesen muss: Weltweit wird der Rückgang der Arten im Jahr auf zwischen 11.000 und 58.000 geschätzt.

Andreas Weber ist unser Gast an diesem Sonnabendnachmittag vor Pfingsten.

Andreas Weber ist Biologe und Philosoph. http://www.autor-andreas-weber.de Er lebt in Berlin und in Italien. Vielen ist er von seinen Büchern bekannt. Zum Beispiel „Alles fühlt“, das im vergangenen Jahr auch in den USA erschien und „Lebendigkeit“.  Seine Frage ist nicht nur, was passiert „da draußen“ in der Natur, sondern ebenso: was passiert „da drinnen“ in uns?

Man möchte weinen, wenn man sich diese beispiellose Vernichtung vorstellt, an der wir so wie wir leben mitwirken – mehr oder weniger. Aber weil man die Gedanken daran und vor allem die Gefühle nicht aushält, sieht man zumeist weg, wird gleichgültig. Man verhornt. Das Herz erkaltet. Das ist der Skandal.

Es wird keine einfachen Antworten auf die Frage geben, wie aus diesem Leiden eine Leidenschaft werden kann. Aber diese Frage zu übergehen, hieße auf seine Würde zu verzichten. Eines steht aber fest: Allein bist Du verrrtazt und die Dinge werden nicht besser, solange sie nicht mehr Freude machen.