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Titel Kommentartext Film Treibhäuser der Zukunft
Datum 08.05.2004
Erschienen ARCHIV DER ZUKUNFT

       ARCHIV DER ZUKUNFT

Ein Projekt von Reinhard Kahl

und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung

 

 

Treibhäuser der Zukunft

Wie Schulen in Deutschland gelingen / 

Ein Film von Reinhard Kahl

 

..................
1´28 (3 Arbeiter am Betonrüssel)
Die deutschen Schulen stehen vor dem  Umbau.

Ihre Fundamente müssen erneuert werden. Denn die Art wie in ihnen gelernt wird, ist nicht sehr erfolgreich.

Der Umbau hat begonnen.

An den Räumen und in der Pädagogik.

 

(innen)

Wir suchen nach Schulen, die Lebensorte sein wollen, die sich  Zeit nehmen, in denen Schüler gern und erfolgreich lernen. 

 

(pssst/ Kopf nicken)

Passen Lust und Leistung zusammen?

Die Schule Borchshöhe in Bremen wagt die Wette.

Raum und Zeit werden hier neu vermessen. 

Das Maß heißt Selbständigkeit und Zusammenarbeit.  

 

(Totale)

Nach dem Vorbild der schwedischen Futurum Schulen, wurden Wände eingerissen und der Tagesablauf verändert. 

DVD Link  Spitze

(Es ist Frühstückszeit.

Brötchen und Bossaller offen)

Lernen und Freizeit verteilen sich in langen Wellen über den Tag. Ein neuer Rhythmus.

Ein paar Wochen zuvor wurde dieser Raum umgebaut.

Aus Klassenzimmern werden Lernwerkstätten.

Wie früher in der Dorfschule sind Kinder verschiedenen Alters zusammen. Schüler lernen ja nicht nur von Lehrern.

Lehrer, die in diesen Lerndörfern nun weniger lehren, haben mehr Zeit für einzelne Kinder, ermuntern sie eigene Wege zu gehen und unterstützen sie dabei.

Karin Bossaller

Schulleitung

 

Flur ohne Text

 

Fünf Lehrer weg.... etwas zu ändern.

Karin Bossaller, eine der beiden Schulleiterinnen, ist Schwedin. Fast 30 Jahre lebt sie schon in Bremen.

 

...ein bisschen eng.

Als nächstes soll das Lehrerzimmer zum Lehrerbüro umgebaut werden. Die Pädagogen der Grundschule Borchshöhe haben sich entschlossen 35 volle 60-Minuten-Stunden die Woche in der Schule zu sein. Wie die Lehrer in Schweden.

Die neue Schule soll für sie ein Ort zum Arbeiten und Leben werden. Wie auch sollen Schüler selbständig und kooperativ werden, wenn es ihre Lehrer nicht sind?

 

Bossaller  relaxen

Birgit Gamann

Karin Bossaller

Schulleitung

Andere Lehrerin ...man wird getragen von den anderen.

Der räumliche und geistige Umbau dieser Schule hat gerade erst begonnen.

Die Jüngsten haben allerdings gar keine andere Schule kennen gelernt.

Und sie arbeiten ernsthaft, sind hingebungsvoll bei ihren Sachen.  

 

 

(Gym Foyer)

Die deutsche Schule.

Eine Kultur von Individualisierung und Zusammenarbeit ist schwach entwickelt. 

An diesem Gymnasium beginnt der Tag wenig einladend – wie in der Wartehalle.

Kurz vor Acht werden die Klassenräume geöffnet.

Und dann wird der Stoff vermittelt.

 

Die Schüler / zwei Schnitte frei.

Schüler sollen aufnehmen, was Lehrer mit ihnen durchnehmen.

Was dran kommt, steht im  Lehrerplan. Und der verlangt zumeist mehr, als zu schaffen ist.

Alle haben wenig Zeit, manche haben nie Zeit und dennoch herrscht viel Langeweile.  

...in Ordnung

Im Mittelpunkt der deutschen Tradition steht der sogenannte „fragend entwickelnde Unterricht“.
Lehrer haben dabei ihr Ergebnis fest im Blick.

...ich kriege bei dem...

Nach Vortrag und Tafelbild führen Lehrer mit ihren Fragen die Schüler Schritt für Schritt ans Ziel. So das Konzept. 

 

....was heißt das, was heißt das.“

Jeder soll im gleichen Tempo den gleichen Weg in den gleichen kleinen Schritten zurücklegen.

Die Lernenden werden als ideale Durchschnittsschüler auf durchaus hohem Niveau angesprochen. Aber werden sie auch erreicht?

Dass jeder seinen Rhythmus hat und dass die Pfade des Verstehens verschlungen sind, das ist auf dem direktem Weg zum gesicherten Wissen nicht vorgesehen.

 

Stern, Schleicher, Spitzer

 

Jena außen

Auf der Suche nach gelungenen Schulen in Deutschland, muss man nach Jena. Hier kommen eine starke Tradition, die der Reformpädagogik, und ein deutscher Neuanfang, der von 1989, zusammen. 

Wirklich durchsetzen konnten sich diese beiden Anfänge allerdings nicht.

Noch nicht.

Ringelreih um Säule

Die Jena-Plan-Schule.

Sie beginnt mit der Vorschule und führt bis zum Abitur.

Man ist davon überzeugt: Auf den Anfang kommt es an.

Wenn der gelingt, wird alles andere leichter.

 

Offen  Quitten ... Vater.. 8,9,10

Die Kleinsten erinnern die ganze Schule immer wieder daran, was die Seele des Lernens ist: Vorfreude der Menschen auf sich selbst.

Ohne diese Vorfreude wird die Lernlust getrübt.

 

Lernen ist eine Aktivität des ganzen Menschen.

 

Und Lernen heißt auch sich selbst kennen zu lernen, die eigene Stimme zu finden, sich wie ein Musikinstrument zu stimmen.

   

In der Vorschule beginnen die Kinder Englisch zu lernen.

 

Duck

Und neben dem Lernen der Fremdsprache schärfen sie ihre Sinne und steigern sie ihre Aufmerksamkeit.

 

Teddymädchen etwas offen, dann

Die Jenaplanschule hat sich von der Vorstellung gelöst, dass mit der Schule der bittere Ernst des Lernens beginnt, und dass man diesen Einschnitt möglichst lange hinausschieben solle.

 

So früh das Lernen beginnt, so lange hält sich der Erst des Spiels.

 

Schüler kommen in den großen Raum 

Die wöchentliche Feier. Zu ihr kommen jeden Freitag alle Schüler und Lehrer zusammen. Die meisten deutschen Schulen haben Rituale und schöne Formen längst abgeschrieben.

 

Deutchlich nach Klingel – ... goes by

Der sogenannte Jena Plan wurde in den zwanziger Jahren von Peter Petersen erfunden. Er strebte eine Schulcommunity an. Die kann sich allerdings nur bilden, wenn die Verschiedenheit von Menschen nicht als Nachteil angesehen wird. Deshalb lernen sie in altersgemischten Gruppen. Die betonen noch die Verschiedenheit eines jeden.

 /

Das ist die Untergruppe, mit Kindern aus den Klassen eins bis drei.

/

Dreimal die Woche beginnt der Tag mit 100 Minuten Arbeit am Wochenplan.

 

Lehrerin Untergruppe  ...und da arbeiten sie jetzt dran

Schüler ...halben Buch ... gekriegt

Forschen und Zuhören, Lernen und Spielen: diese Elemente steigern sich im Wechselspiel. 

 

Buch wird untergelegt ..los Jaakob

Das angeblich so effektive Reinheitsgebot: Jetzt wird nur gelernt, bekommt dem Lernen gar nicht.

 

Mittelgruppe / kurz offen  ...Griechenland

Zur Mittelgruppe gehören die Jahrgänge 4, 5 und 6.

 

...Frankreich, ist hier,

Die Mittelgruppe hat eine andere Kultur, in die die Kinder hinein und aus der sie wieder heraus wachsen.

Thema in Geografie ist Europa.

Die Länder werden nicht durchgenommen, sondern von Schülern erarbeitet.

Dafür brauchen sie Zeit. Um zu recherchieren; um sich in Themen zu vertiefen; um dem Neuen in sich Resonanz zu geben.

 

Das Wissen in unbekannten Situationen anwenden. Probleme lösen. Schließlich: handeln. Das sind Kompetenzen, in denen deutsche Kinder im internationalen Vergleich schwach sind.

 

...aufgenommen haben.

Das Lernstudio verändert auch die Rolle der Lehrer, grundlegend.

 

...lang werden.

Die Jahrgänge 7, 8, 9 sind die Obergruppe.

 

... unreine Sache ist.

 

Spätestens jetzt staunen Besucher der Schule, welche reiche Ernte diese Art des Lernens bringt.

Klassenlehrerin

2. Präsentation / Lächeln der Lehrerin

Ergebnisse präsentieren und sich selbst exponieren. So wird Wissen nachhaltig angeeignet, verkörpert und an andere weiter gegeben.

Fachlehrerin

Fauser Leistung und Gerechtigkeit

Prof. Peter Fauser

Uni Jena

Wissenschaftliche Begleitung

 

(Essen, nach Umschnitt )

Wach oder gleichgültig, engagiert oder gelangweilt, die Art zu lernen und die Freizeit zu verbringen sind eng verwandt. Natürlich: Freizeit in der Schule könnte langweilig und verwahrlost sein, wie zuweilen auch das Lernen.

Vielleicht zeigt sich an der Freizeit, was für eine Lernkultur herrscht?

Mehr Zeit in einer unkultivierten Schule könnte auch auf mehr  Vandalismus und Schwänzerei hinaus laufen.

 

(von außen nach innen)

Freizeitangebote in der kultivierten Schule verschaffen Spiel und  Kreativität Raum und Zeit.

Je mehr Zeit eine Schule hat, desto unvermeidlicher wird die Frage nach ihrer Kultur.

    

Frau Baier Sozpäd    ...machen möchte.

 

Oberstufe  start mit Kopf

Der Anteil von Schülern, die nach der 10. Klasse in der Jenaplanschule zur Oberstufe gehen, ist von Jahr zu Jahr zu gestiegen. Inzwischen macht mehr als die Hälfte Abitur.

Auch in der Oberstufe beginnen Lehrer die naturwissenschaftlichen Fächer zu größeren Einheiten zu vernetzen. Davor scheuten sie lange zurück. Sie sorgten sich um die Fachlichkeit ihrer Physik, Biologie oder Chemie.

Aber die Schüler überzeugten ihre Lehrer mit unerwarteten Leistungen.    

 

....dacour +

Besucher werden davon beeindruckt, wie sich Schüler und Lehrer hier immer wieder überraschen: Mit Ideen, Engagement und mit exzellenten Leistungen.

 

Viele Besucher meinen, das liege wohl an speziell ausgewählten Schülern.

Tatsächlich gibt man bei der Einschulung eher Kindern mit Problemen den Vortritt.

Schwenk nach rechts

Einmal im Jahr gibt es in der Jenaplanschule eine Projektwoche – wie in vielen Schulen. Aber diese Projektwoche ist keine in-der-Woche-vor-den-Ferien-machen-wir-mal-ne-Projektwoche-Veranstaltung.

Kerzen

Freiheit wird nicht mit Laissez-faire verwechselt.

 

Zwei Wochen zuvor schon werden die Projekte, die sich diesmal überwiegend die Schüler ausgedacht haben, auf einem Markt vorgestellt.

 

 Frei über 2 Schüler

Die Projektwoche markiert einen Übergang von der durchregulierten Lehrplanwirtschaft zum pädagogischen Markt von Angebot und Nachfrage.

 

Sobald im Bild

Die Rudelsburg. Hier trafen sich im 19. Jahrhundert Chorstudenten. Nach dem ersten Weltkrieg errichteten  Nationalisten ein Denkmal.

 

Löwenskizze

Ein Projektthema heißt „Kriegsmale und Friedenzeichen“

 

Was hat das mit Schülern heute  zu tun?

John

...Phantasie gekoppelt werden.“

.... betrachten

Was ist vor kaum hundert Jahren in Menschen vor gegangen, dass sie den Franzosen ewigen Hass und Vergeltung geschworen haben.

Und was hat man damals wohl als Jugendlicher gefühlt und gedacht?

Warum wurde für Kaiser Wilhelm ein Obelisk errichtet

und weshalb findet man Burgen immer so romantisch?

 

...Bismarckdenkmal

Einen Tag sammeln die Schüler Eindrücke und widersprüchliche Gefühle, die sie in der Schule ordnen wollen.

 

... Geschenk des Himmels und wie es half“

Ganz anders arbeitet eine andere der 22 Projektgruppen.

Das Thema: Dürfte und Gewürze.

 

Auch hier gilt, nicht nur drüber reden, sondern machen

Am Ende der Woche sollen Duftwässerchen und Seifen produziert und ein großes, gewürztes Essen gekocht werden

 

Aber erst mal Erfahrungen machen.

 

Gegen Ende der Woche. Die Gruppe Kriegsdenkmale und Friedenszeichen hat herausgefunden, dass im ersten Weltkrieg Soldaten an verschiedenen Stellen der Front zu Weihnachten 1914 ihren kleinen illegalen Waffenstillstand geschlossen hatten.

 

Fauser neues Leitbild

 ... Demokratie und  Förderung verbinden.“

 

Diese Schüler werden noch viel mehr improvisieren müssen als ihre Eltern und Lehrer.

Statt ihr Leben brav vom Blatt zu spielen, werden sie eigene Stücke komponieren. Sie müssen ihren Rhythmus finden und immer wieder aus der Not eine Tugend machen.

 

Wenn nichts Vorgegebenes mehr nachgespielt werden kann, kommt es auf Dialoge an.

 

Wie lernt man Dialoge?

Wo übt man sie?

 

Buch umschlagen näher

Am Ende der Projektwoche haben die Schüler einiges  herausgefunden und manches hergestellt. Sogar neue Seifen wurden kreiert.

 

Quartett drehen

Neues Wissen haben die Schüler in der Denkmalgruppe tiefer mit sich verbunden und stärker reflektiert, als es auch an dieser Schule sonst üblich ist.

 

Noch nah

Denkräume werden geweitet.

Noch Geschichtsgruppe

Man denkt an Lessings Satz:

Der Mensch ist nicht zum Vernünfteln auf der Welt.

Denken und Handeln gehören zusammen.

 

..wenn Bühne weg:

Gelungene Schulen verbreiten Erreger einer ansteckenden Gesundheit. Und die könnten auf die ganze Gesellschaft überspringen.

 

Freiheit verbessert die Leistungen.

Freizeit ist eine Voraussetzung selbst etwas wollen.

 

Die Jenaer Plan Schule ist ein anziehender Ort geworden.

Zu schön um wahr zu sein?

Es ist wahr.

Und noch viel mehr ist möglich.

wenn Schulen Treibhäuser der Zukunft werden.

 

von Hentig 1

Sprachlabor

 

...wird geübt.

Die Belehrungsschule verweist drohend auf den Ernst des späteren Lebens. Das verbreitet nicht gerade Vorfreude.

 

Folglich gehen die meisten Kinder schon nach ein paar Jahren zur Schule wie zum Zahnarzt.

Hitzefrei wird bald die beste Nachricht.

 

Industrie

Lernen gerät in die Nähe von Fronarbeit.

 

Immerhin verhalf diese Schule, die das eigene Leben auf eine ferne Zukunft vertröstet, der deutschen Wirtschaft an die Weltspitze. Das war die große Koalition des Industriezeitalters.

 

Im Übergang zur Wissensgesellschaft wird eintönige Arbeit an Maschinen delegiert.

Den Unternehmen bleibt nichts anderes übrig als lernende Organisationen zu werden.

Menschen müssen eigene Ideen mit ins Spiel bringen.

Kreativität lässt sich nicht anordnen.

Neue Bündnisse entstehen.

 

Kluge 1

 

Wir suchen weiter nach Schulen die gelingen, nach Lehrern, die sich trauen und nach Ideen, die bei Schülern zünden.

 

Küsschen

Im bayrischen Eichstätt wurde an der Universität eine pädagogische Erfindung gemacht, die bereits an vielen deutschen Schulen den Unterricht verändert: Lernen durch Lehren.

/ Ein Professor für die Didaktik der französischen Sprache ist drauf gekommen.

/ Das Willibald Gymnasium in Eichstätt ist sein pädagogisches Labor.

 

Gleich nach Gebet

Wie gesagt, wir sind in Bayern, dem Land der ungewöhnlichen Koalitionen - und das ist Jean Paul Martin, der Französischprofessor mit dem neuen Unterricht.

 

Martin geht //

Professor Martin eröffnet nur die gut vorbereitete Stunde. Dann sind die Schüler dran. Der Lehrer versteht sich als Geburtshelfer.

 

M. off / on

 

Schülerin
Gegenschnitt

Die Schülerin hat sich auf die Ursprünge des Chansons auf den Schlachtfeldern des Mittelalters vorbereitet.

 
Schüler O-Töne
Bodensee  //  Text mit Beginn des freien Wassers

 

Wir fahren weiter in den Südwesten zum Bodensee.

 

 Die „Bodenseeschule St. Martin“ in Friedrichshafen.

 

Tür zu

Sie  ist Ganztagschule seit 1971, eine der ältesten in Deutschland. Die Bodenseeschule ist eine katholische Schule.

Zu ihr gehören eine Grundschule, die Hauptschule und eine Werkrealschule. 

 

Nach zweitem Händeschütteln

Es ist noch nicht 8 Uhr.  -

Die Schüler holen sich ihr Material und dann legen sie los. –

 

Gresser guckt

Es ist immer noch keine  8  – Die Schüler arbeiten, als ginge es um sie selbst, einfach so, ohne Kommando, ohne auf das Klingelzeichen oder auf den Schulgong zu warten. 

 

Schwenk

Man traut seinen Augen nicht. Dabei sind wir in einer siebten Klasse, die Schüler in der Pubertät. Und es ist eine Hauptschulklasse. Das sei eigentlich der Tiefpunkt, hört man überall, 7. Klasse Hauptschule, oh je.

Aber vom täglichen Kleinkrieg oder vom pädagogischen Lazarett „Hauptschule“ ist hier nichts zu spüren.

 

...da kommt die Ruhe her.   Nach einzelnem Schüler

Die Schule bietet eine – wie man hier sagt – vorbereitete Umgebung: den Raum, die Zeit und vor allem die Gelassenheit zum Lernen. Sie schafft viele Gelegenheiten. Sie riskiert das eigentlich Selbstverständliche: Lernen als eine Aktivität der Schüler. Lernen als Strategie sein Leben in die eigene Hand zu nehmen. Dazu ermutigen die Lehrer. Dahin zieht – oder erzieht die gesamte Organisation des Alltags.

 
O-Töne Schüler 

Die Arbeitsatmosphäre von der Besucher der Bodensee Schule so verblüfft sind, ist weder Zauber noch Idylle. Hier ist lediglich selbstverständlich, was man von den Mitarbeitern in jedem Büro erwartet.

                  

Hinz – Zentrale Arbeiten
Die Fächer wurden abgeschafft. An ihre Stelle treten Freiarbeit, vernetzter Unterricht und Projekte.

Freiheit und Struktur sind das Yin und Yang dieser Schule. Ins  Entweder-oder pädagogischer Religionskriege hat sie sich nie verbissen.

Die ersten drei Jahre sind die Kinder in Familienklassen zusammen. Die Altersmischung soll gar nicht erst die Illusion aufkommen lassen, die Kinder ließen sich alle auf den gleichen Stand bringen, um dann im Gleichschritt voran zu marschieren.

Von Anfang an wird der Vorteil verschieden zu sein entdeckt. Das Besondere und Eigene der Kinder soll nicht abgeschliffen werden.

 

O-Ton Kind

 

Individualisierung und Gemeinschaft sind Pole. Sie erzeugen starke Kraftfelder.

 

LEHRER Bucher

Offen

Nach Lied

Schulen, denen es gelungen ist ein Lebensort zu werden, erkennt man daran, dass sie Rituale, Regeln und Reviere haben.

 

...schöne Pause.

 

Sie kultivieren Rhythmen und manchmal fangen sie den Rock ´n Roll.

 

Nach Gresser dreht sich

Mit dem gemeinsamen Essen verhält es sich ähnlich wie mit gutem Unterricht.

 

Essen ist so wenig die Einnahme von Kalorien, wie Unterricht das Abspeichern von Informationen sein kann.

 

Hinz, Tag strukturiert

Zirkus offen

 

Nicht weit von Friedrichshafen, hinter den Bodenseehügeln residiert Deutschland feinste Schule im Schloss Salem.

 

O-Ton Bernhard Bueb

 

Wir kehren zur Bodensee Schule zurück.

 

Worin liegt das Geheimnis ihres Gelingens?

 

Gresser nah

Der Lehrer ist morgens als erster da.

 

Wie ein Gastgeber bereitet er sich und den Raum auf die Schüler vor.

Und manche sind schon eine halbe Stunde früher da.

 

Gresser kommt

Der Lehrer als Gastgeber, das ist erneut eine Entdeckung des Selbstverständlichen, das alles andere als selbstverständlich ist.

 
Nach Umarmung

Investitionen in die Atmosphäre, in die Räume, vor allem in die Vorbereitung und ein schier verschwenderischer Umgang mit Zeit erzeugen hohe Renditen.

 

O-Ton Schülerinnen

FSA, Freie-Still-Arbeit, das ist die Zeit höchster Konzentration. Drei Stunden freier Arbeit, da denkt man an Jean Jacques Rousseaus Paradox: Zeit verlieren, heißt Zeit gewinnen.

Der Lehrer wird  Beobachter. Er hilft Schülern ihre Eigenzeit zu finden, ihre besonderen Möglichkeiten auszuloten und an ihrem Notwendigen zu arbeiten.

Aber gibt es nicht auch hier die renitenten Null-Bock-Schüler?

 

O-Ton Gresser  Null Bock etc

 

Respekt vor der Eigenzeit der Schüler fördert ihren Eigensinn.

Das Eigene wird nicht gekränkt. In ihm liegt die Geheimgrammatik eines Jeden.

 

Hinz – Kinder einmalig

 

Offen

Bucher
sehr gut

 

Viele Besucher quält anschließend die Frage: Wie steht es denn mit der Leistungsüberprüfung?

Sie zweifeln, ob Kinder wirklich freiwillig lernen wollen. Eigentlich  glauben sie, dass Kinder schummeln wollten.

Nach sich überschlagenden Begeisterungen gewinnt ihr Misstrauen wieder Oberhand.

Schreibt man hier denn überhaupt Klassenarbeiten?

 

Hinz / Klassenarbeit
...aber es wird gearbeitet.

Wenn nicht für Prüfungen gelernt wird, werden die Dinge wichtiger.

Wird die Leistungsbewertung aus dem Lernalltag heraus gehalten, wird die Schule ein geschützter Raum, frei für Neugierde und für Experimente.

Auf Bewertungen wird nicht verzichtet. Aber sie kommen von außen. Der Innenraum der Schule wird gedehnt, die Köpfe werden klarer, das Lernen wird nachhaltiger.

 
Lehrer erklärt / offen   ...fast 0,4 Volt

 

Für solche Experimente braucht man Zeit und eine Schule, die ein Lernlabor wird -  an vielen Stellen

 

Schmieden Totale

 

 

Gleich nebenan, die Schmiede. Die Arbeit am Ambos ist auch eine Art Geschichtsunterricht: Archäologie des Handwerks.

 

Diese Arbeitsgemeinschaften gibt es schon am späten Vormittag und am Nachmittag steht wieder Unterricht auf dem Plan. Der Tag wird rhythmisiert.

 

Druckerei

Eine komplette Druckerei konnte vor dem Verschrotten gerettet und billig erstanden werden.

In der mehr und mehr virtuellen Welt will diese Schule ganz und gar ein Ort sein.

Ein Sinnenort. .

 

Gresser kommt

Das Lehrerzimmer. Herz und Verstand jeder Schule.

Ob man will oder nicht, hier werden die Prototypen für die Art von Beziehungen für die ganze Schule modelliert. Herrscht im Lehrerzimmer eher Kommunikationsfreude oder Autismus, eher Respekt oder Verachtung?

 

Hinz über Lehrer    ... kostet nichts.

Nach Fußball

//  Schulen gelingen, wenn die Mischung aus Konzentration und Entspannung stimmt und wenn ihnen beides ebenso wichtig ist. 

 

Nach O-Ton Soz. Päd.

Auch das weitetet den Horizont: Eltern, Künstler und Experten kommen als Botschafter aus der tätigen Welt. Kinder lernen mit ihnen ein andere Art von Erwachsenen kennen.

 

...Haferschleim zu Essen.“

In der 7. Klasse. Ein Projekt im vernetzen Unterricht. Geschichte, Naturwissenschaft, auch Deutsch. Thema: das Mittelalter. Von der Zubereitung bis zum Löffel alles muss stimmen. Das Motto dieser Schule könnte lauten: Seele und Genauigkeit.

 

...im früheren Leben im Mittelalter.“

Besucher staunen: Warum hören wir so gut wie keine Klagen über zu große Klassen? Liegt es daran, dass die Klasse ein kleiner Kosmos ist? Und jeder Schüler eine Ressource?

 

Flur nach Schwenk

Aber um 15´40 geht auch die Bodenseeschule zu Ende.

 

Fast 8 Stunden Schule – ist das vielleicht nicht doch etwas viel?

 

Wie fänden es die Kinder, wenn der Nachmittag gestrichen würde?

 

Treppenhaus / eng

Die Schulsachen sind erledigt. Gewöhnlich auch die Hausaufgaben. So gesehen ist Ganztagsschule ein missverständliches Wort.

Für wie viele Kinder verlängern Hausaufgaben die Halbtagsschule zu einem nicht enden wollenden Ganztagsereignis?

 

Abends sind häufig Eltern in der Schule.

Heute potentielle Eltern. Der Andrang ist groß. Die Grundschule ist die beliebteste weit und breit.

 

In der Klasse

Keine Fächer. Vernetzter Unterricht. Freie Stillarbeit. Das sind gewöhnungsbedürftige Wörter. Aber die Eltern verstehen schnell, dass diese Art Schule mit ihrer Arbeitswelt viel mehr zu tun hat, als die vertraute Welt der Fächer und des Lehrplans.

...Mathematik

Die Schule vernetzt Fächer und Handlungsfelder - fast so wie im richtigen Leben.

 

19. Jahrh./Masch

Nach Unterricht, Arbeitsgemeinschaften und Freizeit: das Fest. -

Eine Gelegenheit für Eltern, etwas zurück zu geben.

 

Eltern O-Töne

Die Bodenseeschule ist, wie gesagt, eine katholische Schule. 

Gewiss sind andere Feste und ganz andere Rituale denkbar. Aber Schulen sollten keine Lernfabriken mehr sein, kein Niemandsland ohne Form und ohne Ritual.

    

Salem / Stufen

 

Schloss Salem mit seiner berühmten Internatsschule. Auch eine ganze Schule, konzipiert aus der Einheit von Arbeit und Freizeit, von Erziehung und Unterricht, von Leben und Lernen.

 

Bibliothek last. Gang

Übrigens vergibt Salem an etwa ein Drittel seiner Schüler Stipendien. Dafür hat die Schule auch einen eigennützigen Grund: Mehr Mischung bekommt allen. Sie stimuliert. Homogenität ermüdet.

 

 

Anschwenk Schüler

Die deutsche Schule ist traditionell nicht als Lebensort konzipiert. Sie setzt auf Belehrung.

Mit Raum und Zeit für Eigenständigkeit und Zusammenarbeit hat sie gegeizt

 

Rama

Die Belehrungsschule stand im Schatten der Familie.

Der Mythos der heilen Familie sagt:  Zu Hause spielt sich das wahre und erfüllte Leben ab./

Die Schule ist nur für die Vermittlung von Inhalten zuständig.

Ende Autobahn

 

Ruhrgebiet. Vernarbte Industrielandschaft.

 

Auch hier werden Treibhäuser der Zukunft gebaut. Zum Beispiel in Gelsenkirchen die evangelische Ganztagsgesamtschule.

 

 

Wasserspiel  

Der Raum ist der Dritte Pädagoge, nach den Lehrern und den anderen Schülern / Und die rhythmisiert Zeit, sollte man hinzufügen, ist der vierte Pädagoge.

Klasse

Die deutsche Schule  setzt traditionell nur auf den einen Pädagogen, den Lehrer, überfordert und schwächt ihn. 

 

In dieser Schule gibt es neben dem gemeinsamen Unterrichtsraum Nischen, in denen das Eigene  und Besondere der Schüler gedeihen soll.

 

Und mit den Gelegenheiten zur Individualisierung wächst der Sog zur Kooperation.

 

Außen / von oben

 

Jede Klasse bewohnt ihr eigenes, zweistöckiges Reihenhaus. 

 

Kleine / innen

 

Die Schule ist noch im Aufbau.  Fünfklässler planen an ihrem Haus mit. Die Architekten berücksichtigen die Vorschläge der Kinder. Nach einem Jahr ist es fertig und nach den Ferien beziehen die Sechstklässler ihr Haus.

 

Kinder O-Ton

Stolz auf die Schule und stolz auf sich selbst, ein Kinder- und Menschenrecht. Im Übergang zur Wissensgesellschaft wird Selbstbewusstsein eine Produktivkraft.

Wertschätzung wird eine Bedingung von Wertschöpfung.

Abschied von der Misstrauenskultur.

 

Kluge

Die Martin Luther Schule in Herten, eine Hauptschule.

10 Kilometer entfernt vom imposanten Neubau in Gelsenkirchen wird diese Schule aus eigenen Kräften umgebaut.

 

O-Ton stellv Schulleiter

Herr Poggensee, ein Polier in Rente, hilft mit, dass die Schule eine Heimat für die Schüler wird.

 

Schüler O-Ton

Mütter haben mit Hilfe des Hausmeisters im Keller ihre Küche eingerichtet. Alles ist ein bisschen improvisiert und es läuft gut.

Noch gibt es Essen und Schule bis 15 Uhr in der Martin Luther Schule nur für die 5. und 6. Klassen.

Ohne höheren Orts viel zu fragen, den ersten Schritt gemacht.

 

Mütter

 

Nach dem Essen erledigen die Schüler ihre Aufgaben – ehemals Haus-aufgaben.

Lehrer haben endlich Zeit für Einzelne.

Manche Schüler machen häufig zum erstenmal Erfahrungen mit freier Arbeit.

 

Gedrängel in der Tür

 

Die Klosterschule, lange Zeit Hamburgs einziges Ganztagsgymnasium.

 

Grazien

Die Schule hat Zulauf wie noch nie. Viele Bewerber müssen abgewiesen werden.

Kind kommt

Ein Grund für den Andrang auf das Hamburger Ganztagsgymnasium ist die Schulzeitverkürzung. Das Abitur künftig nach acht Jahren. Deshalb wird Nachmittagsunterricht an zwei Tagen die Woche an allen Gymnasien eingeführt.

  

So stellt sich Frage: gibt es ganztägigen Unterricht in der verlängerten Vormittagsschule oder einen neuen Rhythmus, den Schulen nun finden müssen?

 

Ende Mütter

In Deutschland hat die Ganztagsschule wenig Tradition. Die Aussicht auf „den ganzen Tag Schule“ mobilisiert Vorurteile, zumal bei Menschen, die an ihre Schulzeit nicht erinnert werden wollen.

 

Potsdam

Sollten nicht Schulen die Schlösser der Zukunft sein?

Sollten sie nicht von den besten Architekten gebaut und von den am höchsten geschätzten Menschen betrieben werden?

Sollte Schule nicht wie einst bei den Griechen Muße bedeuten, Freiheit von Geschäften?

 
Rote geht aus dem Bild

Potsdam.

Hinter dem Schloss finden wir eine Schule zum Verlieben, aber erst auf den zweiten Blick.

Die Montessori Gesamtschule.

 Eine Schule deretwegen Familien von Berlin nach Potsdam umziehen. Sie ist sie eine ganz normale Staatsschule, wenn auch mit den besonderen Freiheiten einer Versuchsschule ausgestattet. Sie gewann den  Brandenburger Wettbewerb innovativer Schulen.    

 

Wenn Musik weg

Schulen müssen spannende Orte sein. 

Die Vorfreude der Kinder auf sich selbst, dieser Auftrieb des Lernens, darf nicht gebremst werden.

Die Schule muss neugierig auf die Welt machen und den Interessen Futter bieten. Sie muss die Anstrengungsbereitschaft der Kinder heraus fordern.

 

Sie  muss hungrig machen und nicht satt. 

 

Kegler 1

Das ist Mathematik. Messen. Erst mal ein Gefühl für Dimensionen, Relationen und Proportion bekommen.

 

... 25“

Praktische Geometrie beginnt am eigenen Leib.

 

...schön.“

 

Am meisten erstaunt die Besucher, dass sich die Hingabe hält. Das Auskühlen der Interessen bei den Schülern bleibt aus.

 

Nach Mädchen, letzte Reagenz

In dieser großen Lernwerkstatt suchen manche Besucher nach richtigem Unterricht. Dann sagt man ihnen das, genau das, was sie gerade sehen, ist Unterricht. Besucher fragen ungläubig, „und trotzdem so gute Leitungen?“ Man antwortet, nein, nicht trotzdem, deswegen so gute Leitungen.

 

Liegender - Stand

Auch in der Potsdamer Schule lernen die Kinder in altersgemischten Gruppen. Das ist das richtige Umfeld für ein Lernen, das so verschlungen und so diskontinuierlich ist, wie ein Forschungsprozess oder wie improvisierte Musik.  

 

Pensen

Freiheit und Selbstregulierung brauchen Gegenpole.

..sitzen bleiben

An dieser Schule wurden sogenannte Pensenbücher entwickelt, in denen das „Pensum“ verzeichnet ist, was Kinder der jeweiligen Stufe wissen und können sollten.

Sich selbst zu prüfen, ist allerdings eine andere Welt als für Prüfungen zu pauken.

 
Nach Lehrerin

Das erste Kriterium einer gelungenen Schule ist ein wacher, kritischer Blick der Schüler auf sich selbst und eine gelassene Arbeitsatmosphäre.

 

Offen – Experimente
Dazwischen   
.... wie funktioniert das Leben.

 

Die Sachen werden wichtig. Sie werden geklärt. Und die Menschen werden dabei gestärkt.

 

Miethke

Aber, werfen Skeptiker ein, verlangt das spätere Leben

nicht vor allem  Durchsetzungskraft?

Eine High Tech-Firma für Medizintechnik; sie sit Weltmarktführer.

Christoph Miethke

Unternehmer

Vorsitzender des Elternrats

 

Karl –  offen


Kegler über Behinderte

Noch auf dem Beh. vor Essen  / nach Löffel nah

 

Verschiedenheit anerkennen und Gemeinschaft kultivieren, das ist die Basis für gutes Leben und für exzellente Leistung.

/

Die Schule ein Ort zum Aufwachsen und zum Lernen.

Dass beides nur zusammen geht, wollte die Belehrungsschule  nie glauben. Inzwischen klagt sie darüber, dass ihr die Kinder und auch die Lehrer innerlich kündigen.

Tatsächlich erfahren heute die alte Schule in ihrer Krise und die neue Schule in ihrem Aufbruch dass die Kinder und Jugendlichen  nur mitmachen, wenn sie sich in der Schule wohl fühlen, wenn man ihnen nicht mit dem späteren Leben droht, und damit ihre Gegenwart angreift.

 

Die gelungene Schule schafft Gegenwart.

Aus wacher Gegenwart entspringt Zukunft. 

 

Hentig
Stern  /

 

Gleich kommende

Ein andere Schule in Potsdam. Die Friedrich Ludwig Jahn - Schule, ein Leistungszentrum für Sport.

 

 Auch eine ganze Schule, von morgens bis in den Nachmittag, für Kinder und für Jugendliche bis zum Abitur.

 

nach „Händen“

 

Schulen vernachlässigten häufig den Wunsch der Jugendlichen möglichst gut sein zu wollen und an die Grenzen ihrer Fähigkeiten zu gelangen

 

Nach Kopfsprung

Sport ist ein Projekt, in dem man aufgehen kann. Mit anderen Arten von Aufgaben und Gelegenheiten zum Engagement tun sich Schulen viel schwerer.

Müssen nicht alle Schulen ein Ort zur Verausgabung für beste Leistungen sein? Ein Ort für Leidenschaften und für Exzellenz?

 

Figur

Hamburg. Die letzte Station auf unserer Suche nach der Schule einer Zukunft, die längst begonnen hat.

Hamburg Altona, garantiert nicht die Schokoladenseite des Landes.  

Zwischen maroden Fabriken und einer sehr gemischten Bevölkerung eine Schule, die sich im Pisa Test als gut erwies, mit Ergebnissen weit über dem statistischen „Erwartungswert“.

 

Etwa ein Jahr Vorsprung holen die Schüler hier bis zum 9. Schuljahr raus.

Die Max Brauer Schule, ein Haus vieler Nationen.

 

Lied ... ... ja?

Schulen in sozialen Brennpunkten sind die Nagelprobe im Umgang mit Unterschieden. Ist es auch in der multikulturellen Schule noch ein Vorteil verschieden zu sein? Und wie sieht hier ein Unterricht aus, der die Verschiedenheit der Kinder nicht nur als Problem, sondern als Ressource begreift?

 

Billy offen

In einigen Stunden sind zwei Lehrerinnen in der Klasse. Denn Kinder, die man anderswo zur Sonderschule schickt, bleiben hier in der Gemeinschaft

 
Kurz vor Computer 

Eines jedenfalls ist evident: wenn Kinder in so vieler Hinsicht verschieden sind, dann schlagen die alten Strategien der gleichmäßigen Belehrung fehl.

Wenn die Illusion von den gleichen Voraussetzungen einer Altersgruppe oder in der passenden Schulform nicht mehr zu halten ist, werden Individualisierung und Gemeinschaft einfach ein Sachzwang.

 

Billy 1

Kind: Mm Machen

Eine Innovation: Jedes Kind ist hier manchmal der Chef .

 

Auf Billy

In jedem Korb liegen 23 Aufgaben, für jedes Kind eine. Und es gibt 23 Körbe. Für jeden Aufgabenkorb ist also ein Kind verantwortlich. Chefs besprechen ihre Sachen mit der Lehrerin. Die anderen gehen erst mal zu Chef oder zu Chefin – was manchmal schwer fällt.

 

Kaja, Jungen Mädchen

Billy  schöne Dinge

Das nennt man die Autowaschanlage.

..vergesst die Reifen nicht.

...ist sehr beliebt.

 

gleich

Der Phantasieraum der Max Brauer Schule. Ein etwas kultischer Ort zum Erfinden von Geschichten.  

...müssen wir mal gucken

Nachdem die Lehrerin  ein Thema gestellt hat, sucht  sich jedes Kind Anregungen.

 

... können es da aufkleben

Sie suchen sich ihren Ort.

Es dauert nicht lange, da hat jeder seine Nische gefunden –

Und bald auch die passende Haltung eingenommen.

 

Das ist der Grusel- und Gespensterraum.

 

... schreibt man groß

Wenn die Schule Sicherheit gibt, dann muss sie vom Eigensinn der Kinder keinen Angriff mehr auf ihr Funktionieren befürchten.

 

Dann kann die lange verdächtige Individualität als das Gold der Zukunft entdeckt werden.

 

Billy  Differenz

2. Atrium
Der Umbau der deutschen Schule hat begonnen.

An den Fundamenten und in vielen pädagogischen Biotopen.

 

 


Bildung

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