Nur noch Sonntagsreden erinnern an den gemeinsamen Ursprung von Sport und Bildung bei den Griechen. Es wird Zeit diesen Zusammenhang nach vorne zu denken. Vielleicht hilft dieser Versuch auch die überraschende Heiterkeit in Deutschland zu klären. Oder ist die Freude der Menschen am Fußball und an sich selbst doch nur ein Sommertagstraum? Ob die neue Spiellaune in Deutschland weiter geht, könnte sich daran erweisen, ob die Begeisterung am Sport auf ein verwandtes Metier überspringt, die Bildung.
Ist aber enorm praktisch. Wer einmal diese Intensität erlebt hat, kann jedes praxisrelevante Wissen ganz schnell nachlernen. Aber erst mal kommt, wie man bei uns sagt, „broadening your mind.”
Das treibt einem Tränen der Rührung ins Auge. Wozu braucht ein Land mit einer so langen , eigenen und glorreichen akademischen Tradition wie Deutschland den fremden BA-Titel? Es ist natürlich ein Treppenwitz, der BA ist genau der Titel, den man im englischen oder amerikanischen College für eine Prise Bildung bekommt, eben nicht für eine Ausbildung.
Und die Wirtschaft verlangt in Kalifornien keine Fachleute?
Im Silicon Valley sind Absolventen mit geisteswissenschaftlichen Schwerpunkten begehrt. Die entsprechende Fachausbildung erfolgt dann im Training on the job. Nicht zuletzt weil sich die Anforderungen der Wirtschaft an ihre Mitarbeiter schnell ändern. Die Unis würden ihren Studenten veraltete Fähigkeiten beibringen. "We have to unteach them", heißt es, wenn die Unis Studenten mit derartigem Fachwissen kommen. Also die Frage nach der Berufsrelevanz stellt sich in Stanford kaum.